Grabart und Laufzeit
Welche Grabarten sind möglich, welche Nutzungsdauer gilt und welche Verlängerung ist später erlaubt?
Friedhof in Hamburg
Der Friedhof Bergedorf ist mit rund 38 Hektar der zentrale, vom Bezirksamt Bergedorf verwaltete Friedhof im Hamburger Osten – 1907 nach Plänen des Ohlsdorfer Architekten Wilhelm Cordes als Waldfriedhof eröffnet. Angehörige finden hier Reihen-, Wahl- und Baumgräber, anonyme Grabfelder sowie seit Februar 2025 ein Kolumbarium mit rund 330 Urnenkammern in der denkmalgeschützten ehemaligen Leichenhalle.
Vor der Beauftragung
Friedhofsgebühren, Grabart und Beisetzungsregeln kommen oft zusätzlich zu Bestatterleistungen hinzu.
Welche Grabarten sind möglich, welche Nutzungsdauer gilt und welche Verlängerung ist später erlaubt?
Welche Kosten berechnet der Friedhof direkt und welche Positionen laufen über den Bestatter?
Gibt es Kapellen, feste Zeiten, Barrierefreiheit, Parkplätze oder Regeln für Musik und Blumen?
Der Friedhof Bergedorf wurde 1907 eröffnet und ist heute rund 38 Hektar groß. Seine Gestaltung stammt von Wilhelm Cordes, dem Architekten des Ohlsdorfer Friedhofs, der die Anlage ursprünglich als Waldfriedhof plante. Eine Besonderheit des Geländes: Die Landesgrenze zu Schleswig-Holstein verläuft entlang der August-Bebel-Straße mitten durch den Friedhof. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage mehrfach erweitert, unter anderem in Richtung der Gemeinden Wentorf und Börnsen.
Teile des Geländes sind parkähnlich gestaltet und laden zum stillen Verweilen ein. Zu den Gedenkorten gehören das Mahnmal „Den Opfern“ von 1923 für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, eine Kriegsgräberstätte am Hochkreuz mit rund 400 Gräbern von Soldaten, zivilen Opfern, Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen sowie ein sowjetischer Ehrenfriedhof mit mehr als 650 Gräbern von Kriegsgefangenen, die im KZ Neuengamme und in umliegenden Lagern ums Leben kamen.
Das Bezirksamt Bergedorf bietet auf dem Friedhof Wahl- und Reihengräber für Sarg- und Urnenbeisetzungen, anonyme Grabfelder sowie naturnahe Bestattungsmöglichkeiten an. Sarg-Wahlgrabstätten gibt es als Einzel-, Doppel- und dreistellige Gräber; je Grabstelle können ein Sarg und bis zu acht Urnen beigesetzt werden. Urnen-Wahlgrabstellen (ein mal ein Meter) werden in drei Formen vergeben: mit Beet (bis zu acht Urnen), in Rasenlage (bis zu sechs Urnen) oder im Waldbereich als Baumgräber (bis zu vier Urnen).
Seit Februar 2025 verfügt der Friedhof zusätzlich über ein Kolumbarium: In der denkmalgeschützten ehemaligen Leichenhalle an Kapelle 1, die seit den 1970er-Jahren ungenutzt war, wurden rund 330 Urnenkammern eingerichtet. Angehörige können die Kammern individuell mit Erinnerungsstücken oder Inschriften gestalten. Für Kinder vor Vollendung des 14. Lebensjahres gibt es eigene Wahlgrabstätten, und seit 2004 besteht ein islamisches Grabfeld. Die Gebührenliste weist für die Grabarten eine Nutzungszeit von 25 Jahren aus.
Die Friedhofsgebühren decken das Nutzungsrecht am Grab und die Beisetzung ab; hinzu kommen die Leistungen des Bestattungshauses (Überführung, Sarg oder Urne, Organisation der Trauerfeier) sowie gegebenenfalls Kosten für Grabmal und Grabpflege. Bei Wahlgrabstätten kann die Gebühr wahlweise jährlich oder für die gesamte Nutzungszeit von 25 Jahren entrichtet werden. Für Steinmetzarbeiten fallen gesonderte Genehmigungsgebühren an, etwa 332 Euro für einen stehenden Grabstein mit Fundament oder 109 Euro für einen liegenden Kissenstein.
Der Friedhof Bergedorf ist ein bezirklicher Friedhof – die einheitliche Gebührenübersicht 2026 der Hamburger Friedhöfe – AöR – gilt hier nicht. Maßgeblich ist die vom Bezirksamt Bergedorf veröffentlichte Gebührenliste; die folgenden Beträge stammen aus der Gebührenliste 2025, der im Juli 2026 aktuellsten auf hamburg.de veröffentlichten Fassung.
| Leistung | Gebühr | Hinweis |
|---|---|---|
| Sarg-Reihengrab | 1.415 € (25 Jahre) | – |
| Urnen-Reihengrab | 1.210 € (25 Jahre) | – |
| Sarg-Wahlgrab, Einzelstelle | 1.850 € (25 Jahre) | ohne Abstand zur Nachbargrabstätte; alternativ 74 € pro Jahr |
| Urnen-Wahlgrabstelle (1 × 1 m) | 1.550 € (25 Jahre) | mit Beet, in Rasenlage oder als Baumgrab im Wald; alternativ 62 € pro Jahr |
| Kolumbariumskammer | 4.700 € (25 Jahre) | ohne Beschriftung; alternativ 188 € pro Jahr |
| Anonymes Urnengrab | 1.350 € (25 Jahre) | anonymes Sarggrab: 1.600 € |
| Sargbeisetzung | 895 € | inkl. Wiederherrichtung der Grabstelle |
| Urnenbeisetzung | 305 € | im Kolumbarium: 75 € |
| Kapellennutzung (90 Minuten) | 267 € | Urnenabschiedsraum (90 Minuten): 98 € |
Für Trauerfeiern stehen zwei Kapellen zur Verfügung: die 1909 errichtete Kapelle 1 und die 1972 erbaute Kapelle 2. In der Nähe von Kapelle 2 steht ein hölzerner Glockenturm, den der Bergedorfer Bürgerverein 1988 errichtet hat. Für Abschiednahmen im kleineren Rahmen gibt es zudem einen Urnenabschiedsraum. Kapelle und Abschiedsraum werden laut Gebührenliste für jeweils 90 Minuten vergeben; in der Regel reserviert Ihr Bestattungshaus den Termin bei der Friedhofsverwaltung.
Mit dem hvv erreichen Sie den Friedhof vom Bahnhof Bergedorf aus mit der VHH-Buslinie 332, die direkt am Gelände hält (Haltestellen „Friedhof Bergedorf“, „Friedhof Bergedorf (Kapelle 1)“ und „Frh. Bergedorf (K. 2)“). Die Linie 135 bedient die Haltestelle August-Bebel-Straße. Wer mit dem Auto anreist, findet den Friedhof beidseits der August-Bebel-Straße zwischen Bergedorf und Wentorf.
Die Friedhofsverwaltung ist seit April 2025 direkt auf dem Friedhof ansässig: Das Büro befindet sich neben Kapelle 2 unter der Anschrift August-Bebel-Straße 205, 21465 Wentorf bei Hamburg. Sie erreichen die Verwaltung telefonisch unter (040) 42891-4303 oder per E-Mail an friedhof@bergedorf.hamburg.de; die Postanschrift lautet Friedhof Bergedorf, Postfach 800380, 21003 Hamburg.
Wenn Sie eine Beisetzung planen, übernimmt üblicherweise das Bestattungshaus die Abstimmung mit der Friedhofsverwaltung – von der Auswahl der Grabstelle über den Beisetzungstermin bis zur Kapellennutzung. Wer sich für eine Kammer im Kolumbarium interessiert, kann sich nach Angaben des Bezirksamts direkt an die Verwaltung wenden. Beachten Sie, dass Teile des Friedhofs auf schleswig-holsteinischem Gebiet (Wentorf und Börnsen) liegen; Ansprechpartner ist in allen Fällen das Bezirksamt Bergedorf.
FAQ
Der Friedhof bietet Wahl- und Reihengräber für Sarg- und Urnenbeisetzungen, anonyme Grabfelder und naturnahe Bestattungsformen – darunter Baumgräber im Waldbereich und Urnengräber in Rasenlage. Seit Februar 2025 gibt es zudem ein Kolumbarium mit rund 330 Urnenkammern in der denkmalgeschützten ehemaligen Leichenhalle an Kapelle 1.
Nach der Gebührenliste 2025 des Bezirksamts Bergedorf kostet ein Urnen-Reihengrab 1.210 Euro und eine Urnen-Wahlgrabstelle ab 1.550 Euro, jeweils für 25 Jahre. Hinzu kommen 305 Euro für die Urnenbeisetzung (im Kolumbarium 75 Euro) sowie die Leistungen des Bestattungshauses.
Im Februar 2025 hat das Bezirksamt in der denkmalgeschützten ehemaligen Leichenhalle an Kapelle 1 ein Kolumbarium mit rund 330 Urnenkammern eröffnet. Eine Kammer kostet laut Gebührenliste 4.700 Euro für 25 Jahre (ohne Beschriftung); Angehörige können die Kammern individuell mit Erinnerungsstücken oder Inschriften gestalten.
Vom Bahnhof Bergedorf fährt die VHH-Buslinie 332 direkt zum Friedhof; sie hält unter anderem an den Haltestellen „Friedhof Bergedorf“ und „Friedhof Bergedorf (Kapelle 1)“. Die Linie 135 bedient die Haltestelle August-Bebel-Straße in der Nähe des Geländes.