Grabart und Laufzeit
Welche Grabarten sind möglich, welche Nutzungsdauer gilt und welche Verlängerung ist später erlaubt?
Friedhof in Hamburg
Der Ohlsdorfer Friedhof im Hamburger Norden ist mit 389 Hektar der größte Parkfriedhof der Welt und wird von der Hamburger Friedhöfe AöR betrieben. Angehörige finden hier nahezu alle Bestattungsformen – vom klassischen Reihen- und Wahlgrab über Baumgräber und Ruhewald bis zu Kolumbarien und dem Hamburger Grab.
Vor der Beauftragung
Friedhofsgebühren, Grabart und Beisetzungsregeln kommen oft zusätzlich zu Bestatterleistungen hinzu.
Welche Grabarten sind möglich, welche Nutzungsdauer gilt und welche Verlängerung ist später erlaubt?
Welche Kosten berechnet der Friedhof direkt und welche Positionen laufen über den Bestatter?
Gibt es Kapellen, feste Zeiten, Barrierefreiheit, Parkplätze oder Regeln für Musik und Blumen?
Der Ohlsdorfer Friedhof liegt im Stadtteil Ohlsdorf im Norden Hamburgs; der Haupteingang mit Verwaltung und Beratungszentrum befindet sich an der Fuhlsbüttler Straße 756. Der Friedhof wurde 1877 eröffnet und wird von der Hamburger Friedhöfe AöR betrieben. Seit der Eröffnung fanden hier rund 1,4 Millionen Beisetzungen statt; heute gibt es etwa 235.000 Grabstellen und jährlich rund 4.700 Beisetzungen.
Mit 389 Hektar ist Ohlsdorf der größte Parkfriedhof der Welt und zugleich Hamburgs größte Grünanlage: über 36.000 Bäume, 15 Teiche, rund 800 Skulpturen und 19 Mausoleen Hamburger Familien prägen das Gelände. Für Angehörige bedeutet die Größe vor allem eines: Planen Sie für Wege auf dem Friedhof Zeit ein. Das Straßennetz umfasst 17 Kilometer, zwei Buslinien verkehren direkt über das Gelände.
Ohlsdorf bietet das gesamte Hamburger Spektrum an Grabarten. Klassisch sind Reihengräber für Sarg- oder Urnenbeisetzungen, die für die Dauer der Ruhezeit überlassen und vom Friedhof zugeteilt werden, sowie Wahlgräber, bei denen Sie die Lage auswählen und das Nutzungsrecht verlängern können. Urnenwahlgräber gibt es auch in gemeinschaftlich gestalteten Themengrabstätten und Erinnerungsgärten, teils ohne eigene Pflegeverpflichtung.
Wer eine naturnahe Beisetzung wünscht, findet zwei Formen unter Bäumen: Im Ohlsdorfer Ruhewald am Prökelmoorteich gruppieren sich Grabstätten für bis zu vier Urnen um die Bäume, die Pflege übernimmt die Natur. Die Ohlsdorfer Baumgräber unter alten Eichen und Birken nehmen bis zu zwei Urnen auf; die Lage kann unter Rasen- oder Wildwiesenfläche gewählt werden.
Für oberirdische Urnenbeisetzungen stehen drei Kolumbarien sowie die Urnenkrypta im Forum Ohlsdorf zur Verfügung. Eine Ohlsdorfer Besonderheit ist das Hamburger Grab: ein Paket aus Grabstätte für Sarg oder Urne, Grabstein und dauerhafter Grabpflege mit 25 Jahren Nutzungszeit; in den Stein wird ein handgefertigter Gedenkziegel mit Hamburg-Wappen eingelassen, Name und Lebensdaten werden dauerhaft auf einer Tafel am Forum Ohlsdorf verzeichnet. Daneben gibt es einen anonymen Urnenhain, ein Kindergrabfeld, nach Mekka ausgerichtete islamische Grabfelder und einen Gemeinschaftsgarten für Mensch und Tier.
Für den Ohlsdorfer Friedhof gilt die einheitliche Gebührenübersicht der Freien und Hansestadt Hamburg für alle Friedhöfe der Hamburger Friedhöfe AöR, gültig ab 1. Januar 2026. Hinzu kommen die Leistungen des Bestattungshauses sowie gegebenenfalls Kosten für Einäscherung, Grabstein und Grabpflege.
| Leistung | Gebühr | Hinweis |
|---|---|---|
| Reihengrab, Sargbeisetzung | 1.465 € | einmalig, für die Dauer der Ruhezeit |
| Reihengrab, Urnenbeisetzung | 1.260 € | einmalig, für die Dauer der Ruhezeit |
| Sargwahlgrab, Standardqualität | 77 € | je Grabstelle und Jahr |
| Hamburger Grab (nur Friedhof Ohlsdorf) | 67 € | je Grabstelle und Jahr |
| Urnenwahlgrab, Standardqualität | 65 € | je m² und Jahr |
| Urnenwahlgrab im Landschaftsgrab oder Ruhewald | 111 € | je m² und Jahr |
| Urnenplatz im Kolumbarium, Standardqualität | 192 € | je Urne und Jahr |
| Beisetzung eines Sarges | 900 € | einmalig, inkl. Herrichtung des Grabes |
| Beisetzung einer Urne | 315 € | einmalig, inkl. Herrichtung des Grabes |
| Kapelle oder Feierhalle, Montag bis Freitag | 315 € | je angefangene 90 Minuten |
| Fritz-Schumacher-Halle (Forum Ohlsdorf), Montag bis Freitag | 585 € | je angefangene 90 Minuten |
Die Gebührenordnung unterscheidet zwischen der Überlassung der Grabstätte und der eigentlichen Beisetzung. Bei Wahlgräbern zahlen Sie eine Jahresgebühr je Grabstelle beziehungsweise je Quadratmeter und legen die Nutzungszeit selbst fest; Reihengräber werden einmalig für die gesamte Ruhezeit überlassen. Für Beisetzungen an Samstagen fällt ein Zuschlag an: 700 Euro bei einer Sarg- und 200 Euro bei einer Urnenbeisetzung.
Kinderwahlgrabstätten für vor Vollendung des 14. Lebensjahres Verstorbene kosten 26,60 Euro je Grabstelle und Jahr, die Beisetzung 76,50 Euro. Die Beisetzung einer Urne im Kolumbarium oder in der Urnenwand kostet 80 Euro zusätzlich zur Nischengebühr. Ihr Bestattungshaus rechnet die Friedhofsgebühren in der Regel transparent als durchlaufenden Posten ab.
Für Trauerfeiern stehen auf dem Gelände zwölf Kapellen und drei Feierhallen zur Verfügung. Zentrum ist das Forum Ohlsdorf rund um das historische, 1933 nach Plänen von Fritz Schumacher fertiggestellte und 2011 denkmalgerecht restaurierte Krematoriumsgebäude: Die Fritz-Schumacher-Halle bietet 254 Sitzplätze und beeindruckt mit Glasfenstern von Ervin Bossanyi, die Cordes-Halle fasst 100 Personen und lässt sich für kleinere Feiern teilen, die Linne-Halle bietet 30 Plätze. Vier Abschiedsräume mit separatem Eingang sind für Angehörige per Chipkarte rund um die Uhr zugänglich; das Café Fritz eignet sich für das Beisammensein nach der Feier.
Der Friedhof ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Die S-Bahn-Linien S1 und S11 sowie die U-Bahn-Linie U1 halten am Bahnhof Ohlsdorf, von dort sind es etwa drei Gehminuten zum Haupteingang. Auf dem Friedhof selbst verkehren die Buslinien 170 und 270 mit zusammen 22 Haltestellen – hilfreich, um entfernte Grabfelder oder Kapellen zu erreichen. Für Autos gibt es vier Ein- und Ausfahrten (Fuhlsbüttler Straße, Kornweg, Seehof, Bramfeld).
Der Friedhof ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Fußgänger und Radfahrer können die Nebeneingänge täglich von 7 bis 21 Uhr nutzen; die Kfz-Einfahrten sind von April bis Oktober von 9 bis 21 Uhr und von November bis März von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Das Beratungszentrum am Haupteingang berät montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 15 Uhr zu Grabauswahl, Verlängerungen und Grabpflege (Telefon 040 593 88-0).
Es empfiehlt sich, die Grabstelle vor der Entscheidung gemeinsam mit der Friedhofsverwaltung oder dem Bestattungshaus zu besichtigen – wegen der Größe des Geländes am besten mit den Buslinien 170 oder 270. Beachten Sie außerdem: Die Errichtung oder Veränderung eines Grabmals ist genehmigungspflichtig; dafür fallen Verwaltungsgebühren nach der Gebührenordnung an. Die Terminabstimmung für Beisetzung und Trauerfeier übernimmt in der Regel Ihr Bestattungshaus direkt mit der Friedhofsverwaltung.
FAQ
Nach der Hamburger Gebührenübersicht 2026 kostet ein Reihengrab einmalig 1.260 Euro (Urne) beziehungsweise 1.465 Euro (Sarg) für die Dauer der Ruhezeit. Wahlgräber werden pro Jahr berechnet: Sargwahlgräber ab 77 Euro je Grabstelle, Urnenwahlgräber ab 65 Euro je Quadratmeter. Hinzu kommt die Beisetzungsgebühr von 315 Euro (Urne) beziehungsweise 900 Euro (Sarg) sowie die Kosten des Bestattungshauses.
Das Hamburger Grab ist ein Paketangebot, das es nur auf dem Ohlsdorfer Friedhof gibt: Grabstätte für Sarg oder Urne, Grabstein und dauerhafte Grabpflege mit 25 Jahren Nutzungszeit. In den Grabstein wird ein handgefertigter Gedenkziegel mit Hamburg-Wappen eingelassen; Name und Lebensdaten der Verstorbenen werden dauerhaft auf einer Tafel am Forum Ohlsdorf verzeichnet. Die Überlassung kostet 67 Euro je Grabstelle und Jahr.
Ja, in zwei Formen: Im Ohlsdorfer Ruhewald am Prökelmoorteich liegen Grabstätten für bis zu vier Urnen um die Bäume, die Pflege übernimmt die Natur. Die Ohlsdorfer Baumgräber unter alten Eichen und Birken nehmen bis zu zwei Urnen auf. Urnenwahlgräber im Ruhewald oder Landschaftsgrab kosten laut Gebührenübersicht 2026 111 Euro je Quadratmeter und Jahr.
Die S-Bahn-Linien S1 und S11 sowie die U-Bahn-Linie U1 halten am Bahnhof Ohlsdorf; von dort sind es rund drei Gehminuten zum Haupteingang an der Fuhlsbüttler Straße 756. Auf dem Friedhofsgelände verkehren die Buslinien 170 und 270 mit insgesamt 22 Haltestellen, sodass auch entfernte Grabfelder und Kapellen gut erreichbar sind.